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    Vanlife Berlin Treffen #1

    20. Juni 2018

20. Juni 2018

Vanlife Berlin Treffen #1

Fürstenberg calling!!!!
Van einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen….

Sowat von sag ich euch! Im Prinzip waren es nur 24h die waren aber vollgepackt mit: kuhler Natur, legga Essen, tollen
Wo-Mo-Camper-Van-Ideen und ganz klar: jeder Menge supersympatischer Leute.

Der Deutsche ist ja eigentlich immer pünktlich… nun gut, ich nicht. Früh wurde noch eine Latte zurechtgesägt und der Captain beladen und dann machte ich mich von Cottbus auf in die „Wilde Heimat“ einem urigen Campingplatz mitten an der Havel. Geplante Abfahrt war Aufgrund des Eventbeginns von 11 Uhr 8 Uhr gewesen. Wie sich alles immer so zieht und verschiebt, war es dann 10 Uhr als ich die 219km gen Norden antrat. Zwischenzeitlich geriet ich nicht nur klimatisch ins schwitzen, denn Eventbeginn 11 Uhr war für meinen Captain (ein 88Ps T4 Baujahr 2003) unhaltbar.

Um so beruhigender war es festzustellen, dass Campinguhren einfach so ähnlich ticken wie meine: sie sind einfach auf Entspannen und genießen gestellt und bedürfen keinem eiskalten Zeitplan. Das verwundert doch ein wenig bei all den pedantischen Deutschen, dass gerade die Vanlifer genau das suchen: Lebensentschleunigung, ausbrechen aus Mustern, genießen der Natur.

Und genau das durfte ich bei Ankunft in der „Wilden Heimat“ erfahren, ein Dutzend bereits gelandeter völlig entspannter „Van-Camper“. Während sich eine lustige Truppe schon vor einem grauen Mercedes Sprinter gesammelt hatte fädelte ich meinen Bus neben einen Mistubishi Pajero.

Decke & Erdbeeren geschnappt (die an etwa 23 Ständen auf den Landstraßen neben Spargel feilgeboten wurden, bis ich mich dann von Dauerwerbung berieselt geschlagen gab und auch 1kg einsackte). Dazugefletzt und das Gesichter-Namens-Memorie begann, während sich „Anke“ aufgrund von Namensähnlichkeiten noch ganz gut merken ließ, fing es bei Daniela und Sebastian, Julia, Henry und Paul schon an leicht schwierig zu werden. Mein Gedächtnis ist eben wie eine gute Bullikarosse: alt und löchrig.

Die Idee Leute nach den Städten zu bezeichnen ergab auch nur bei den ersten 4 Parteien Sinn „Wismar, Cottbus und Berlin I und II“ und wurde ganz schnell aufgegeben, nachdem Berlin III-XVI anstand….

Die anfänglichen Wolken mit kühlem Wind wichen zwischenzeitlich gut brutzelnder Hitze und die Nähe zu der Havel-Seen-Verbindung wurde genutzt um das eh schon auf Hochtouren laufende namensgeschundene Hirn abzukühlen. Da mein kleiner Bus immer dazu dient mein SUP mit zum Wasser zu befördern war auch dieses mit am Start und wurde gleich von Wismar, Berlin I und II ausgetestet. Schon während der ersten Stunden war schnell klar, dass die Besitzer all dieser Vans mindestens genauso unterschiedlich sind wie auch ihre Gefährte und doch trotzdem so gleich: Alle lieben wir die Freiheit die so ein ausgebauter Van mit sich bringt, alle legen handwerkliches Talent an den Tag, von dem sie selbst oft nicht wussten, dass es in ihnen steckt und alle sind verdammt hilfsbereit!

Die nächsten Stunden am Lagerfeuer, zwischen den ganzen Bussen und Vans und Campern brachte einige Erkenntnisse:

  1. Man ist nie fertig mit dem Ausbau
  2. Eein Ausbau verlangt viel Improvisationstalent, denn es läuft nie 100% so wie man es gern hätte
  3. Die Ziele aller Reisenden sind so unterschiedlich wie ihre Busse (sei es Südamerika, Süd-Europa, Skandinavien, Brandenburg oder die Mongolei).
  4. Essen können wa! Es sollte ein Vanlife-Kochbuch geben, denn wenn die Vanlifer etwas können, dann ist es an Karossen rumschrauben und lecker Essen zubereiten.

Ob gegrillter Spargel, lecker Heimatbrot oder Rucola-Feta-Tomaten-Salat, nichts, was der Van-Kühlschrank oder die Camper-Kühlbox nicht hergab. (Ja gut, die erste Runde Weißwein kam leider aus dem Lauwarmen Innern meines Busses – Asche auf mein Haupt Kathleen, aber das war ja auch nur zum ähhhh Vorglühen für den guten Weißwein…) Gesellig sind die Vanlifer auf jeden Fall und so folgten Stunden des Austauschs, denn egal ob IT-ler, Vermessungstechniker, Reifenspezialist, studierte Innenarchitektin und Tischlerin oder Spezialist für autonome Verkehrsführung von Kfzs, eine Leidenschaft hat all diese Menschen hier im tiefsten Brandenburg zusammengeführt: der Wunsch zum Kennenlernen anderer Van-Bekloppter. Dabei wird schnell klar, vieles ähnelt sich: niemand der nicht auch Armaflex benutzt hat, keiner der RoadOnBoard nicht kennt, alle haben irgendwas von Dometic im Sortiment und doch gibt es in diesen Stunden soviele neue Erkenntnisse:
Jörg zum Beispiel der schon so lange Zeit mit seinem T4 unterwegs ist weiß spätestens nach dem Van-Life-Berlin-Frühstück, dass er unter seinem T4 auch schon immer ein Ersatzrad spazieren fährt 😉 (Sorry Jörg, der musste sein!).

Bis weit nach Mitternacht wird gesessen, die durchaus hörbaren und sympatischen Playlisten von Ben und Bullibabe
Kathleen kennen kein Ende und Roberts einsam übriggebliebene Silvester-Rakete läutet zumindest für mich die Nachtruhe ein. Und dann beginnt das äußerst sympathische Geräusch, das wir alle kennen: das Betätigen der Schiebetüren. Dieses
tiefe metallische Rollen, das immer wieder die Nachtruhe durchbricht empfinde ich in diesen Stunden aber nicht als störend, sondern ich nehme es grinsend hin, während ich zum ersten Mal auf meinem selbstgesägten ausziehbarem Bett in einen huggeligen Schlaf falle.

Und was man keinem Van-Camper vorwerfen kann: Sich nicht ums Frühstück zu kümmern, denn alles was das Herz begehrt wird aufgefahren: frischer Kaffee (ESSENTIELL und ein es der Grundnahrungsmittel auf Reisen….), Brötchen, Müsli, Käse, Milch, Obst, selbstgemachte Marmelade, Aufstriche aller Art: Außer Hause esse ich selten so ausgiebig und lecker und lang wie wir es an diesem Morgen taten.

Und bevor sich wieder in alle 4 Himmelsrichtungen verstreut wurde gab es noch eine kleine geführte Tour von Bus zu Van zu Geländewagen zu Schulbus. Jeder der wollte ließ sich die Details zeigen, die Geschichte hinter dem Auto erzählen und die kleinen technischen Raffinessen zur eigenen Inspiration vorführen. Ich selbst hisste dann schon recht früh vorm Mittag die Flaggen und verpasste damit das kleine Highlight des 1. Vanlife-Treffens-Berlin (was mir aber per Video nachgereicht wurde): eine echt gradiose pianistische Glanzleistung von Joe und seinem „MytravelingPiano„. Glaubt man es, da fährt jemand mit Piano im Van durch die Lande!

Ich nehme für mich mit: schee wars! Und ich bin für Wiederholung und offen für neue Schandtaten im Van-Treffen-Bereich des Lebens! Danke danke danke Paul, dass du uns Berlinern und Brandenburgern und Wismeranern die Möglichkeit dazugegeben hast und dir die wahnsinnige Mühe gemacht hast alles so jut zu organisiere.

Grüße an alle Van-Lifer und: macht sowas mit, „van“ ihr könnt! Es lohnt sich immer allemal.

Eure Anne-Christin

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1 Comment
  • Daniela G, 14. Juli 2018 Antworten

    Liebe Anne,
    Mega Artikel, vielen Dank für die Zusammenfassung und der namentlichen Erwähnung, da ist mir gleich warm ums Herz geworden. Wir freuen uns schon auf das nächste Treffen und hoffen selbst bald mal in Rostock und Umgebung so ein "vanlife-treffen" zu machen.
    Liebe Grüße nach Cottbus
    Daniela aus Wismar


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